In neuen Modellen zu Arbeitssicherheit und - Arbeitsschutz finden
psychische Faktoren zunehmend Berücksichtigung. Welche Rolle spielt
der Begriff "Stress" in diesem Kontext?
Im Belastungs-Beanspruchungs-Modell steht psychische Belastung für alle äußeren Einflüsse, die auf einen Menschen einwirken und psychisch beanspruchen.
Art und Umfang der Belastung hängen ab von: der genauen Arbeitsaufgabe und Tätigkeit, der Arbeitsorganisation (Arbeitszeiten, Abläufe..), den zur Verfügung stehenden
Arbeitsmitteln (PC, Software, Maschinen..), von der physikalischen (Schall, Licht..) und sozialen Arbeitsumgebung (Führung, Betriebsklima..)
sowie der unmittelbaren Umgebung des Arbeitsplatzes (Büro, Schreibtisch, Fließband..).
Belastung ist in diesem Verständnis per se als neutral anzusehen.
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Erst in Abhängigkeit von den individuellen psychischen Voraussetzungen
wie Fähigkeiten, Erfahrung, Motivation, Einstellung, Konstitution u.a. entscheidet sich, ob eine Belastung zu einer positiven Beanspruchung=Anregung
oder zu einer negativen Beanspruchung=Beeinträchtigung wird. Anregung führt zu Aufwärmung und Aktivierung und kann langfistig zur persönlichen Entwicklung und Gesunderhaltung beitragen.
Beeinträchtigung führt zu Ermüdung, Monotonie, Sättigung und zu Stress und kann Burnout, psycho- somatische Erkrankungen sowie Fehlzeiten zur Folge haben.
Resümee: Das Konzept wird der Komplexität von betrieblichen und individuellen
Besonderheiten gerecht und bahnt den Weg für vielfältige Interventions- und Präventionsansätze. Der im Alltagsverständnis negativ belegte Begriff "Belastung" sollte jedoch besser durch einen neutralen Begriff ersetzt werden.
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