Spaß bei der Arbeit - Stressmanagement

Quelle (c): Lübecker Nachrichten, Sonntagsausgabe 19./20. August 2001

Was Sie selbst dazu tun können: Spaß bei der Arbeit

Stressmanagement

Ob zu Hause oder bei der Arbeit, viele reden darüber. Was aber heisst eigentlich Stress? Welche Ursachen und welche Bewältigungsmöglichkeiten gibt es. Der Lübecker Diplom-Psychologe Henrik Brandt erläutert dieses Phänomen.

Was heißt Stress
 Der Begriff Stress (engl.=Druck) stammt aus der Werkstoffkunde und bezeichnet den Druck/Zug eines Materials. Beim Menschen bedeutet Stress ein Zustand besonderer psychischer und körperlicher Anspannung. Hormonelle und vegetative Prozesse führen zu einer Aktivierung. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck und die Atmungsfrequenz sind erhöht, die Durchblutung des Gehirns und der Muskulatur gesteigert. Dies ermöglicht uns, auf alarmierende Reize der Umwelt (Stressoren) mit besonderen körperlichen Leistungen reagieren zu können. Die Stressreaktion hat in seiner ursprünglichen Funktion einen positiven Sinn, denkt man an die starken körperlichen Anforderungen, denen der Mensch der Urzeit ausgesetzt war.

Wie entsteht negativer Stress
 Heute hat man jedoch nur selten die Möglichkeit, bei der Arbeit oder in der Familie in Stresssituationen die körperlichen Reaktionen abreagieren zu können. Das kann in der Folge von Dauerbelastungen zu negativem Stress (Distress) und stressbedingten Krankheiten führen. Kann man dagegen den Anforderungen, die sich stellen, gerecht werden und hat die Möglichkeit, die freiwerdenden Energien auch auszuleben, hat man es mit positivem Stress (Eustress) zu tun. Dann kann Stress sogar das Selbstvertrauen und Wohlbefinden steigern. Auch Einstellungen spielen eine wichtige Rolle. Die tatsächliche Belastung hängt häufig mit einer Übersteigerung der eigenen Ansprüche an sich selbst zusammen. Viele Menschen erwarten von sich, immer 100% Leistung und mehr bringen zu müssen. Durch einen überhöhten Selbstanspruch kann ein innerlicher Druck entstehen, der letztendlich zu einer Abnahme der eigenen Leistungsfähigkeit führt.

Was kann man tun
1. Zeitmanagement
 Identifizieren Sie Ihre Stressoren. Überlegen Sie zunächst, welchen Situationen Sie aus dem Wege gehen könnten. Unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem. Definieren Sie Ihre vorrangigen Ziele in Beruf, Familie und Freizeit. Setzen Sie Prioritäten und orientieren daran Ihr Handeln. Nehmen Sie sich täglich Zeit für die Tagesplanung (10-15 Minuten) und führen diese schriftlich durch!
2. Entspannung
 Tun Sie mehr von dem, was Ihnen wirklich gut tut. Bauen Sie Ruhe- und Erholungsphasen in Ihren Alltag ein. Erlernen Sie ein Entspannungstraining: z.B. Autogenes Training, Muskelentspannung oder Yoga.
3. Sport und Fitness
 Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und treiben Sie mäßig, aber regelmäßig (2-3 x pro Woche) Ausdauersport: z.B. Schwimmen oder Radfahren. Damit bauen Sie überschüssige Energien ab, die durch Stress entstehen. Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen Spaß macht - ohne Leistungsdruck.
4. Einstellungsänderung
 Überprüfen Sie Ihre persönlichen Bewertungsmuster. Seien Sie realistisch und identifizieren Sie stresserzeugende Ziele und Lebensregeln. Orientieren Sie sich gedanklich um. Anstelle von "Ich muss unbedingt..." sagen Sie sich "Es wäre schön.." und "Niemand ist unfehlbar.." Sprechen Sie mit anderen über Ihre Probleme und lernen Sie "Nein" zu sagen. Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken und auf das, was Sie gut können, um die zu bewältigenden Aufgaben mit mehr Gelassenheit anzugehen.

Der Diplom-Psychologe Henrik Brandt aus Lübeck-Travemünde ist freiberuflich als Coach und Supervisor für Unternehmen, Teams und Einzelpersonen tätig.

 

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